Vorfreude und ein doppelter Bierwechsel

Das veränderte Konzept beim Bier- & Weindorf bietet der Stadt flexible Möglichkeiten – Weldebräu wird ausgeschenkt

Rhein-Neckar-Zeitung 12. August 2026 / Text: Moritz Beyer / Fotos: Weindl, Deschner, Welde/privat

Mit großen Schritten rückt er näher: Der Eberbacher Kuckucksmarkt und damit das größte Event des Jahres in der Stauferstadt. Auch dieses Jahr zweifelt niemand daran, dass sich Eberbach vom 28. August bis 1. September für fünf Tage zum Zentrum des Feierns und der guten Laune weit über das Neckartal hinaus etablieren wird. Unklar war allerdings dieses Mal im Vorfeld während der Planung, wer für das hektoliterweise getrunkene Bier sorgen wird. Aber dank Kontakten und zügiger Absprachen steht nun alles fest, und die Gäste dürfen sich auf Spezialitäten der Welde Braumanufaktur freuen.

Wie die Zeitung bereits berichtet hatte, war der Festwirt der vergangenen Jahre mit seinem Konzept (Großes Festzelt und Ausschank von Distelhäuser) dieses Mal leer ausgegangen. Beworben hatte er sich wieder, allerdings kam man vonseiten der Stadtverwaltung zum Schluss, dass „das Konzept und die Herangehensweise sowie die Wirtschaftlichkeit der Kübler & Schüßler Gastro GmbH noch ein bisschen besser passen“, wie Bernhard Walter (Sachgebietsleiter Märkte, Tourismus, Stadtinformation der Stadt Eberbach) zusammenfasste. Die Partner betreiben unter anderem einige Schwimmbadkneipen und -kioske sowie eine stationäre Bar in Mannheim und haben Erfahrungen auf solchen Festen.

Deren Angebot umfasst statt eines großen Einzeltes das Bier- & Weindorf mit Pagoden, Schirmen und kleineren, flexibleren Unterstellmöglichkeiten. Angst vor Platzmangel braucht dennoch niemand zu haben. „Da finden schon auch um die 700 Leute Unterstellmöglichkeiten, und bei allzu schlechtem Wetter kommen ohnehin weniger Gäste. Das hoffen wir aber natürlich nicht“, verriet Walter. Auch wenn derlei ferne Prognosen noch wenig Aussagekraft bieten, sind laut Wetterdienst fürs Wochenende Sonnentage gemeldet.

Welde folgt auf Eichbaum

Ausgeschenkt worden wäre laut Ursprungskonzept Eichbaum - doch die Mannheimer Brauerei musste Insolvenz anmelden. Als sich abzeichnete, dass Rettungsversuche scheitern und der Betrieb nur mit Mühe bis Ende September würde aufrecht erhalten werden können, war die Stadtverwaltung zum Handeln gezwungen. Es wurde offen miteinander gesprochen, die Verantwortlichen gaben sich die Hand und der Auflösungsvertrag wurde unterschrieben.

Problem dabei: Bier brauchte man trotzdem. Doch Marco Schüßler von der Gastwirt-Firma fragte, gut vernetzt, direkt bei Welde an. Die Plankstädter Brauerei hielt das nötige Kontingent gerne zurück, bis eine verbindliche Lösung gefunden war - und das ging schnell. „Wir nehmen gerne Chancen war, die in unsere Struktur passen, bei der Möglichkeit des Kuckucksmarktes mussten wir da nicht lange überlegen“, sagte Mario Heider, Vertriebschef von Welde. Die Biermenge, deren genaue Höhe nicht mitgeteilt werden konnte, ist bei dem Großauftrag tatsächlich das geringste Problem. „Das können wir aus dem laufenden Betrieb stemmen, dafür müssen wir keine Produktionen verändert“, so Heider. „Die Logistik wird Jahr für Jahr eine größere Herausforderung“, weiß der Profi allerdings zu berichten. Die Strukturveränderungen und anderer Erwartungen seien auch bei solchen Festen deutlich zu spüren, hinzu kommen Kühlwege und -ketten sowie Anforderungen an beispielsweise Sicherheitskonzepte. Mit einem lokalen Großhändler scheint aber auch diese Herausforderung nun gestemmt.

Ausgeschenkt werden das laut Welde auf solchen Veranstaltungen beliebte Kurpfalz Bräu Helles, Weizenbier sowie alkoholfreie Varianten, jeweils vom Fass. Für den berühmten Fassanstich hat sich, sollte alles klappen, Welde-Juniorchef Max Spielmann in Eberbach angekündigt, um Bürgermeister Peter Reichert bei einer der wohl schönsten Aufgaben des Jahres zu unterstützen. Früh kommen lohnt sich insbesondere am Freitag für die Gäste. Denn die ersten 1000 erhalten jeweils einen Freigetränke-Gutschein, wenn gegen 18 Uhr der Fassanstich erfolgt.

Bereits zuvor kann man bei vielen Fahrgeschäften günstiger einsteigen, Spielstände locken mit Sonderkonditionen und auch bei so manchem Händler winken attraktive Schnäppchen oder Preise.

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Samstag  11-2 Uhr      Dienstag  11-24 Uhr
Sonntag   11-1 Uhr  
 
Ausschankschluss jeweils 30 Minuten vor Marktende

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