Warum Kuckucksmarkt?

Wo doch ein Eber das Wappentier der Stadt am Neckar ist.


Einige Jahre vor dem Ende der Weimarer Republik wollte man in Eberbach Abstand von den vier kleineren Jahrmärkten nehmen und zur Belebung der Wirtschaft und der Förderung des Fremdenverkehrs ein großes Fest mit wirtschaftlicher und insbesondere landwirtschaftlicher Warenschau abhalten. Da dieser Veranstaltung noch ein zugkräftiger Namen fehlte, besann man sich auf das „Kuckucksmahl“ und den „Kuckucksprozess“ von 1604, durch die die Eberbacher den Spitznamen „Kuckucke“ erhielten.

Aber was geschah damals am 6. Juni 1604, dem Pfingstsonntag? Aufgrund der Abhängigkeit des Weilers Neckarwimmersbach von der Stadt Eberbach kam es immer mal wieder zu Spannungen. Besonders wenn es die Möglichkeit gab, dem anderen eins auszuwischen. Doch dieser Streich vor über 400 Jahren sollte in die Geschichte eingehen.


Es war wohl eine gesellige Runde, die sich zum Frühschoppen im Gasthaus des Wirts Leonhard Schäfer in Neckarwimmersbach traf. Neben dem Arzt Hans Mantel und anderen Gästen, war auch der angesehene Eberbacher Küfer Martin am End anwesend.

Nachdem reichlich Alkohol geflossen war, regte sich der Hunger. Mantel gab der Wirtin in der Küche auf, ein paar Vögel (Täubchen) zu braten. Darunter auch einen von ihm mitgebrachten Kuckuck (Gutzgauch). Diesen besonders großen Vogel sollte sie, als besondere Ehre, dem unwissenden Eberbacher Küfer vorsetzen. Zu dieser Zeit wurde im Volksglauben dem Kuckuck eine Verbindung zum Teufel nachgesagt, was auch der Ausdruck: „Der Kuckuck soll dich holen“ unterstreicht.

Nach dem Martin am End den Vogel verspeist hatte, lösten der Wirt und der Arzt den Streich auf. Unter lauten „Kuckuck“-Rufen unterbreiteten sie ihm, dass er soeben einen Gutzgauch gegessen habe. Somit hatten die Eberbacher ihren Spitznamen weg.

Im Nachgang an dieses „Kuckucksmahl“ kam es dann auch zum sogenannten „Kuckucksprozess“, bei dem sowohl der Wirt wie danach auch der Küfer eine Bestrafung des Anderen forderte. Der Wirt befürchtete, ihm würden durch die Erzählungen des Küfers, man habe ihm einen Streich gespielt, die Eberbacher Gäste fernbleiben. Schäfer beteuerte, er habe nichts von dem Kuckuck gewusst. Hierfür sei allein Hans Mantel verantwortlich gewesen. Martin am End wollte die beiden Genossen bestraft sehen, um somit sein Ansehen in der Stadt wieder herzustellen.

Am 8. Januar 1605 kam es dann zum Urteil. Der „Kuckucksfresser“ Martin am End, der Küfer, wurde wegen der „Schmähung“ des Wirtes mit der sog. „kleinen Buße“ von einem Pfund Heller bestraft. Der Wirt Leonhard Schäfer dagegen musste die Höchststrafe (die sog. „große Buße“) von 32 Gulden tragen und zudem noch den Küfer mit 15 Gulden „entschädigen“, was für diese Zeit eine beträchtliche Summe darstellte. Der Arzt Hans Mantel kam gänzlich unbehelligt davon.

Quelle:
Zu den historischen Fakten vgl. Eberbacher Geschichtsblatt Folge 104 (2005), S. 51-60 und Eberbacher Geschichtsblatt Folge 103 (2004), S. 77-92

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